Die wichtigsten Tipps zum Stromanbieterwechsel

Mit einem Stromwechsel lässt sich bares Geld sparen, und dank der gesetzlich garantierten unterbrechungsfreien
Versorgung können Verbraucher auch beim Wechsel ganz beruhigt sein. Welche Tipps die Auswahl und den Wechsel
vereinfachen, verraten die Tarifexperten von Verivox.

Stromanbieterwechsel.jpg

Zunächst sollten Stromkunden schauen, wie hoch ihr jährlicher Verbrauch ist. Hier hilft die letzte Stromrechnung weiter. Wer diese nicht zu Hand hat, kann sich an Richtwerten orientieren. Ein Single benötigt etwa 2.000 Kilowattstunden pro Jahr, ein Paar sollte mit 3.500 Kilowattstunden rechnen. Eine dreiköpfige Familie hat einen geschätzten Bedarf von 4.250 Kilowattstunden, eine Familie mit zwei Kindern von rund 5.000 Kilowattstunden.

Den passenden Stromtarif finden Verbraucher mit einem Online-Stromvergleich. Mit der Eingabe der Postleitzahl und des jährlichen Stromverbrauchs erhält man eine Übersicht über alle am Wohnort verfügbaren Stromtarife. Wichtig bei der Auswahl: Nicht nur auf den Preis, sondern auch auf verbraucherfreundliche Konditionen achten.

Günstig und verbraucherfreundlich: So geht’s

  • Vertragslaufzeit & Verlängerung: Je kürzer, desto besser. Erstvertragslaufzeit und Vertragsverlängerung sollten maximal 12 Monate betragen.
  • Kündigungsfrist: Stromlieferverträge verlängern sich in der Regel automatisch, wenn sie nicht gekündigt werden. Die Kündigungs¬frist zum Ende der Erstlaufzeit sollte nicht länger als sechs Wochen sein.
  • Bonuszahlungen: Boni machen Tarife günstig – aber nur in der Erstvertragslaufzeit. Wer dauerhaft sparen will, überprüft am besten einmal jährlich seinen Tarif.
  • Kundenbewertungen: Wie sieht es mit dem Service des Anbieters aus? Zu einem umfassenden Bild gehören auch die Meinungen anderer Kunden. Denn der günstigste Anbieter muss nicht immer auch der beste sein.
  • Paket- und Vorauskasse-Tarife: Bei Pakettarifen kaufen Kunden eine festgelegte Anzahl an Kilowattstunden. Der Haken: Bezahlter, aber nicht verbrauchter Strom verfällt. Wird hingegen mehr Strom verbraucht als bestellt, muss für Differenz oft teuer nachgezahlt werden. Deshalb Pakettarife besser meiden. Auch Vorauskasse-Tarife sind nicht empfehlenswert. Hier zahlt der Kunde statt in monatlichen Abschlägen die Jahresrechnung vorab in
    einer Summe. Muss der Anbieter Insolvenz anmelden, ist das Geld womöglich verloren.
  • Preisgarantie vereinbaren: Preisgarantien schützen vor Preiserhöhungen und geben damit Kostensicherheit. Eine empfehlenswerte Preisgarantie läuft über die gesamte Dauer der Erstvertragslaufzeit und umfasst mindestens den Energiekostenanteil und die Stromnetzgebühren.

Der neue Anbieter kündigt dem Altversorger – bis auf eine Ausnahme

In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung beim aktuellen Versorger. Wer eine Preiserhöhung erhält und sein Sonderkündigungsrecht nutzen möchte, sollte die Kündigung aber selbst in die Hand nehmen. Die Frist beträgt nämlich in der Regel nur zwei Wochen.
Der Anbieterwechsel selbst dauert drei bis sechs Wochen. Die Leitungen und Zähler bleiben im Besitz des örtlichen Netzbetreibers, der bei Störungen auch weiterhin der Ansprechpartner vor Ort bleibt. Die ununterbrochene Versorgung mit Strom ist gesetzlich garantiert. Beim Wechsel selbst werden weder Leitungen gekappt noch Zähler ausgetauscht. Der Wechsel findet im Grunde genommen nur auf dem Papier statt.

 

Stromanbietwechsel-in-Deutschland.jpg

 

Darum lohnt sich der Anbieterwechsel

Wer noch nie den Anbieter gewechselt hat, kann seine Rechnung beim Wechsel in einen Tarif mit
verbraucherfreundlichen Bedingungen durchschnittlich um rund 380 Euro senken. Außerdem tragen wechselfreudige Verbraucher dazu bei, den Wettbewerb auf dem Strommarkt weiter zu beflügeln und so langfristig das Preisniveau zu senken. Der Strom kommt genauso sicher und zuverlässig zu Hause an wie bisher auch – nur eben günstiger.

Das gilt im Übrigen oft auch dann, wenn Verbraucher die Energiewende unterstützen möchten und einen Ökostromtarif wählen. Selbst Ökostromtarife mit Gütesiegel, die vergleichsweise strenge Kriterien zugrunde legen, sind vielfach
deutlich günstiger als die örtliche Grundversorgung. Gütesiegel geben zum Beispiel darüber Auskunft, ob ein Teil der Einnahmen in den Bau neuer Ökostromanlagen reinvestiert wird und ob Anlagen ein gewisses Alter nicht überschreiten.
Denn: Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Nicht alle Tarife sind von externen Prüfstellen zertifiziert worden. In diesen Fällen wird in der Regel nur garantiert, dass Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energiequellen vorliegen.

In Kooperation mit Verivox