Sonntag, 25. August 2019
Ratgeberinhalt des F.A.Z.-Immobilienmarkts

Privatmann als Kellermeister

 

Dr. Olaf Müller-Soppart, Experte für Weinkeller aus Düsseldorf, rät:

„Der moderne Weinkeller ist ein Weinreifekeller und kein verlängertes Wohnzimmer! Der eigentliche Zweck eines Weinkellers war immer schon, den Reifeprozess des Weines kontrolliert zu gestalten. Dabei kommt es darauf an, eine möglichst schwankungsfreie Lagertemperatur zwischen 10 und 14 Grad Celsius zu schaffen. Das ist heutzutage fast nur noch durch ein Weinkellerklimagerät zu erreichen.

Wärmere Temperaturen beschleunigen den Reifeprozess. Ab 18 Grad Celsius verändern sich die Weinchemie und vor allem die Aromen. Ein zu kalter, aber frostfreier Keller dagegen verlangsamt den Reifeprozess, schont allerdings die Aromen. Der Reifeprozess ist natürlich von Wein zu Wein und Jahrgang unterschiedlich.

Der private Eigentümer muss seine Weine unter Kontrolle haben! Das verlangt den ständigen Überblick über den Bestand. Am besten ist es, wenn man seine Flaschen mit einem Blick sieht und erkennen kann, in welchem Jahr der Wein seine optimale Reife erreicht. Das steht aber auf keinem Etikett. Daher empfehle ich, das erhoffte Reifejahr am Regal erkennbar zu machen.

Also: Temperatur und Übersicht sind die Hauptforderungen an einen Weinkeller. Jede überlagerte Flasche stellt ein Geld- und Erlebnisverlust dar. Mit dem Weinkeller wird der Privatmann auch zum Kellermeister mit Verantwortung.“

 

Weinkeller.jpg

Überraschung! Unterm Weihnachtsbaum kann auch ein Weinkeller liegen -  zumindest wenn gleich darunter das Wohnzimmer liegt.


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