Die Entwicklung der Quadratmeterpreise

Der Wohnungsmarkt boomt, die Immobilienpreise steigen unaufhörlich. Immer mehr Menschen leben auf engem Raum. Es herrscht ein zu geringes Angebot, um die starke Nachfrage decken zu können. Als Folge schießen die Preise für Wohnraum in die Höhe, Mieten steigen, Preise für Kaufimmobilien ebenfalls. Wir verraten Ihnen die Gründe – und geben einen Ausblick in die Zukunft.

 

Steigende Preise – Doch warum?

Auch wenn in Deutschland fleißig gebaut wird, kann damit noch immer nicht die anhaltende Nachfrage nach Wohnungen bzw. Ein- und Mehrfamilienhäusern gedeckt werden. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hat gezeigt, dass jährlich etwa 308.000 neue Wohnungen in Deutschland gebaut werden müssten, um den Bedarf zu decken. Laut Einschätzungen von Politik und Bauwirtschaft liegt die Zahl sogar bei 350.000 bis 400.000 Wohnungen.

Grund für die hohe Nachfrage ist unter anderem der starke Bevölkerungswachstum. Deutschland gilt aus internationaler Sicht als äußerst attraktiv, wodurch immer mehr Menschen zuwandern. Gleichzeitig ist der Zuzug in deutsche Großstädte nach wie vor sehr groß bei gleichbleibend geringem Wohnraum. Die Größe der Haushalte stellt ein weiteres Problem da: Single- oder Zwei-Personen-Haushalte nehmen weiterhin zu.

Erschwerend kommt nun seit 2020 auch der globale Rohstoffmangel hinzu. Durch diesen sind die Preise für die wichtigsten Baumaterialien entsprechend stark gestiegen, so das Statistische Bundesamt. Wer für den Bau hier keine Fixpreise vereinbart hat, muss mit deutlich höheren Gesamtausgaben rechnen.

 Nicht nur der Mangel an Baumaterialien, sondern auch ein Mangel an Bauland stellen den deutschen Immobilienmarkt vor Herausforderungen. Zum Vergleich: Kostete der Quadratmeter baureifes Land im Jahr 2005 noch durchschnittlich 100€, so liegt der Preis 2020 schon bei 199€. Diese Preiserhöhung wirkt sich dann auf den finalen Kaufpreis aus.

Zu guter Letzt trägt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ebenfalls zur Preissteigerung bei. Da Immobilien in der Finanzierung günstiger und damit für viele attraktiver werden, sind andere Anlagemöglichkeiten weniger interessant geworden. Daraus ergibt sich eine hohe Nachfrage am Immobilienmarkt.

Auch die Pandemie konnte diese Nachfrage nicht abschwächen – im Gegenteil. Immer mehr Menschen wünschen sich inzwischen Wohneigentum. Das eigene Zuhause rückt deutlich in den Fokus, nicht zuletzt durch die Zunahme an Home Office waren seit Pandemie-Beginn Baumärkte und Einrichtungsmärkte wie IKEA beliebter denn je.

 

Die aktuelle Lage in Deutschland

Laut Immobilienpreisindex für das zweite Quartal 2021 liegen die Immobilienpreise für Wohngebäude bei 129,6 Indexpunkten. Seit 2015 sind die Immobilienpreise somit um 29,6% gestiegen. Zum Vergleich: Im vierten Quartal des Vorjahres lag der Indexwert bei 115,6. Damit liegt der derzeitige Indexwert im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höher und bleibt weiterhin steigend.

 

Wie sieht es im internationalen Vergleich aus?

Die Preise für Häuser und Grundstücke in Deutschland werden im internationalen Vergleich als eher niedrig eingeordnet, verglichen mit dem Jahreseinkommen der Deutschen. Gemessen am Quadratmeterpreis für Wohnungen liegt Deutschland im europäischen Kaufpreisranking auf Platz 4 hinter Großbritannien, Frankreich und Norwegen.

 

Veränderung der Quadratmeterpreise für Mietwohnungen in deutschen Großstädten

Im zweiten Quartal des Jahres 2021 führte München die Rangliste mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 18,87€ pro Quadratmeter an, dicht gefolgt von Frankfurt am Main (15,85€) und Stuttgart (14,62€). Berlin, Hamburg und Düsseldorf belegen die Plätze vier, sechs und acht (Quelle: statista).

 

Immobilienpreise der Zukunft

Prognosen verschiedener Quellen (z.B. immowelt.de) zufolge sollen die Quadratmeterpreise – besonders in deutschen Großstädten – bis 2030 teilweise um über 60 Prozent ansteigen. München wird auch hier weiterhin Spitzenreiter sein, dicht gefolgt von Frankfurt am Main. Dessen Quadratmeterpreise für Wohneigentum sollen 2030 auf dem derzeitigen Niveau von München liegen. München selbst hingegen soll Prognosen zufolge sogar in den fünfstelligen Bereich steigen – auf etwa 11.000 Euro.

 

Wer einen Immobilienkauf plant, sollte sich also nicht allzu viel Zeit lassen, betrachtet man die derzeitige Entwicklung. Dennoch ist aufgrund der Niedrigzinsen ein Wohneigentumserwerb heute immer noch erschwinglicher als zu den früheren hohen Zinsen.

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