Welche Heizung ist die richtige?

Wenn es um eine neue Heizung geht, muss die erste Frage sein: Geht es um eine Sanierung oder einen Neubau? Denn in einem Gebäude, das bereits ein Heizsystem hat, ist es in dem meisten Fällen am günstigsten, dabei zu bleiben und die Heizung so gut wie möglich zu modernisieren. Wo beispielsweise eine Öl- oder eine Gasheizung installiert ist, kann die Umstellung auf moderne Brennwerttechnik große Einsparungen bringen.

Neubau: Örtliche Vorgaben und Energieeffizienz-Anforderungen beachten

Wer neu baut, hat größeren Entscheidungsspielraum. Dennoch müssen die Verhältnisse vor Ort berücksichtigt werden, beispielsweise ob ein Anschluss ans Gasnetz überhaupt möglich ist oder ob es für das Baugebiet bestimmte Sonderregelungen gibt. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Vorschriften zur Energieeffizienz und der Verwendung von regenerativen Energiequellen. Daher kommen die meisten Bauherren nicht ohne einen Fachmann vor Ort aus.

Heizungen mit verschiedenen Brennstoffen

Egal ob klassische Heizkörper oder Fußbodenheizung, die Erwärmung der Wohnräume braucht Energie. Daher werden die unterschiedlichen Heizungen nach der Art des Brennstoffes oder der Energiequelle unterschieden.

Heizöl, Gas und Fernwärme am weitesten verbreitet

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Heizen mit Heizöl sehr beliebt. Rund ein Viertel der privaten Gebäude in Deutschland werden nach wie vor so beheizt. Am weitesten verbreitet ist aktuell das Heizen mit Gas. Etwa die Hälfte aller Wohnungen wird damit beheizt. Knapp 14 Prozent der Wohngebäude sind an örtliche Fernwärme-Netze angeschlossen.
Die restlichen Heizungsarten kommen jeweils nur auf einen einstelligen Prozentanteil. Dazu gehört auch das Heizen mit Strom (4 Prozent), das entweder mit als veraltet geltenden Nachtspeicherheizungen oder modernen Wärmepumpen, die Temperaturunterschiede im Erdreich oder in der Luft nutzen, geschieht. Mit Holz (3 Prozent) wird entweder in Form von klassischem Brennholz oder vorgepressten Holzpellets geheizt. Als veraltet oder unwirtschaftlich gilt das Heizen mit Kohle (1 Prozent) oder Flüssiggas (1,5 Prozent). Moderne Passivhäuser können sogar allein mit Sonnenenergie auskommen.

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Heizen mit Erdgas

Etwa die Hälfte der privaten Haushalte in Deutschland wird mit Erdgas beheizt. Das Heizen mit Erdgas ist damit die am weitesten verbreitete Heizungsart hierzulande. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch den Anschluss ans Gasnetz wird kein Lagerraum für Energieträger benötigt, was Platz spart. Da nur ein Brennwertkessel und ein geeigneter Schornstein benötigt werden, ist die Einrichtung einer Gasheizung vergleichsweise günstig.

Mit Erdgas kann nur in Gebieten mit Gasnetz geheizt werden

Für das Heizen mit Erdgas kann man sich nur entscheiden, wenn der Anschluss an das örtliche Gasnetz möglich ist. Das ist in den meisten Orten der Fall, je nach Region oder Baugebiet kann es jedoch sein, dass kein Anschluss vorhanden ist. Die Kosten für die Verlegung des Gasanschlusses werden vom Bauherren entweder beim Neubau oder im Rahmen der Erschließung des Baugebietes getragen. Zuständig für den Anschluss ist der örtliche Gasnetzbetreiber, die Kosten können je nach regionalen Eigenheiten und der Länge der benötigten Leitung unterschiedlich ausfallen.

Heizen mit Erdgas ist sicher

Immer wieder tauchen Horrorbilder von Häusern auf, von denen nach einer Gasexplosion nicht mehr viel übrig ist. Doch diese Zwischenfälle sind äußerst selten. Wenn die Gasheizung regelmäßig gewartet wird, gibt es kaum etwas zu befürchten. Erdgas wird in Deutschland zusätzlich odoriert, so dass bereits kleinste Mengen Erdgas sofort bemerkt werden können. Zusätzliche Sicherheit können Gas-Warngeräte bieten.

Klimabelastung durch Heizen mit Erdgas ist vergleichsweise gering

Da es sich bei Erdgas um einen fossilen Energieträger handelt, wird bei der Verbrennung klimaschädliches Kohlendioxid frei. Die Menge ist jedoch deutlich geringer als bei Heizöl oder Kohle. Eine niedrigere Umweltbelastung ist nur mit Holz oder anderen regenerativen Energieträgern erreichbar.

Heizkosten beim Heizen mit Erdgas im Blick behalten

In den letzten Jahren war der Preis von Erdgas kaum Schwankungen unterworfen, die Kosten sind insgesamt rückläufig. Durch die Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen vor allem in den USA ist viel Erdgas auf dem Weltmarkt vorhanden. Wie lange diese Entwicklung vorhält, ist jedoch schwer abzuschätzen. Einen ganz besonderen Einfluss auf die Kosten für das Heizen mit Erdgas hat die Auswahl des richtigen Gasanbieters. Daher sollten alle Nutzer von Gasheizungen mindestens einmal im Jahr prüfen, ob günstigere Gaspreise verfügbar sind, empfehlen die Tarifexperten von Verivox.

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Heizen mit Heizöl

Etwa ein Viertel der privaten Gebäude in Deutschland wird mit Heizöl beheizt. Wer sich für das Heizen mit Heizöl entscheidet, ist unabhängig von den örtlichen Wärmenetzen, auf die die Nutzer von Erdgas und Fernwärme angewiesen sind. Dafür ist allerdings Platz für einen Öltank nötig. In Zeiten niedriger Ölpreise kann ein Vorrat angelegt werden, was die Heizkosten niedrig hält. Wenn die Preise allerdings hoch sind und der Tank leer, kann das Heizen mit Heizöl schnell teuer werden.

Heizen mit Heizöl benötigt einen Öltank

Der notwendige Öltank kann im Haus oder im Freien aufgestellt werden. Es ist auch möglich, ihn unterirdisch anzulegen. Die Größe des Öltanks richtet sich nach dem verfügbaren Raum und danach, wie viel Öl bevorratet werden soll. Es gibt Batterietanks, die in verschiedenen Modulen geliefert und auch nachträglich relativ einfach aufgestellt werden können. Wer neu baut, sollte über einen standortgefertigten Öltank nachdenken, denn so können die Gegebenheiten vor Ort optimal ausgenutzt werden. Der Einbau und die Inbetriebnahme des Öltanks müssen in Zusammenarbeit mit einem Fachmann erfolgen. Heizöl ist leicht entzündlich und kann große Mengen Grundwasser verunreinigen. Daher muss der Öltank regelmäßig geprüft werden. Wer sich gegen mögliche Schäden absichern will, sollte auch über eine Versicherung für den Öltank nachdenken.

Heizen mit Heizöl ist nicht umweltfreundlich

Wer möglichst umweltfreundlich leben möchte, sollte sich nicht für das Heizen mit Heizöl entscheiden. Da es sich dabei um einen fossilen Energieträger handelt, ist die Verwendung von Heizöl nicht nachhaltig. Zusätzlich setzt das Heizen mit Heizöl vergleichsweise große Mengen Kohlendioxid frei und ist entsprechend klimaschädlich.

Ist das Heizen mit Heizöl wirklich so billig?

Verfechter von Ölheizungen verweisen gerne darauf, dass das Heizen mit Heizöl zwar relativ umweltschädlich, aber im Vergleich mit anderen Heizungen unschlagbar günstig ist. Das muss nicht unbedingt stimmen, denn die Heizölpreise richten sich nach den internationalen Großhandelspreisen für Rohöl. Im Lauf der letzten Jahre haben sich diese Preise stark nach oben und unten bewegt, so dass die jährlichen Heizkosten fast schon zum Glücksspiel werden. Wie sich die Preise langfristig entwickeln, ist unklar. Daher ist das Heizen mit Heizöl nur dann zu empfehlen, wenn es kaum andere Alternativen gibt.

Heizen mit Wärmepumpen

Modern ist die Nutzung erneuerbarer Energien wie beispielsweise Erdwärme. Bei dieser Form des Heizens werden immer Temperaturunterschiede durch eine Wärmepumpe ausgenutzt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Es kann die Wärme der Luft, des Grundwassers oder des Erdreiches genutzt werden.

Bei Wärmepumpen gilt die Faustregel: Je günstiger die Anschaffung, desto höher sind später die laufenden Heizkosten. Die günstigsten Geräte sind Luft-Wärmepumpen, die vergleichsweise einfach aufgestellt werden können. Dann folgen die anderen Geräte bis hin zur geothermischen Wärmepumpe, die eine aufwändige Bohrung benötigt.

Wärmepumpen benötigen Strom zum Heizen

Um eine Wohnung auf diese Weise beheizen zu können, ist jedoch etwa ein Viertel an zusätzlicher elektrischer Energie notwendig. Der Strom für die Wärmepumpe wird normalerweise über einen eigenen Stromzähler abgerechnet, für den es spezielle Tarife gibt. Hier ist laut Verivox die Auswahl eines möglichst günstigen Heizstromanbieters ausschlaggebend für die jährlichen Heizkosten.

 

 

In Kooperation mit Verivox.