Internetzugänge: Welche Kriterien entscheiden über Qualität und Speed

Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wie schnell du surfst! Darin steckt viel Wahrheit. Denn trotz Digitaler Agenda und anderer Förderprogramme ist der Wohnort immer noch eine entscheidende Komponente für die Bandbreite und damit die Surfqualität des Internetanschlusses.

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

In Städten und deren Umland ist das stationäre Internet (also alle kabelgebundenen Anschlüsse) oft nicht nur schneller als in ländlichen Regionen, sondern auch günstiger. Das kann zwei Gründe haben. Zum einen verlangen manche Provider Aufpreise für weniger dicht besiedelte Gebiete mittels so genannter Regio-Aufschläge – das heißt, es fallen in diesen Ortschaften rund fünf Euro im Monat zusätzlich für den Tarif an. Dies wird mit aufwendigeren technischen Gegebenheiten begründet. Zum anderen kann eine geringere Auswahl auch mit höheren Preisen einhergehen – wenn nämlich besonders günstige Angebote nicht gebucht werden können. Sprich: Die Bewohner weniger dicht besiedelter Regionen haben oft auch den Nachteil, mit einer geringeren Anbieterdichte zurechtkommen zu müssen.

 

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Je zentraler, desto schneller? Nicht immer

Eine höhere Geschwindigkeit setzt jedoch nicht zwingend eine stadtnahe Wohnung voraus. Zwar ist die Chance höher, in einer städtischen Region auch einen schnelleren Anschluss zu erhalten, doch diese Gleichung geht nicht immer auf. Wenn eine neue Technik ausgebaut wird, geschieht das abschnittweise. Es kann also sein, dass ein Straßenzug oder eine Straßenseite bereits mit der neuen, schnellen Technik versorgt wird, die andere Seite oder der Rest des Viertels jedoch nicht. Zudem haben viele Internetanbieter (nicht erst seit den Forderungen der Digitalen Agenda) auch in kleineren Ortschaften mit dem Ausbau schneller Verbindungen begonnen. Voraussetzung für den Ausbau stationärer Zukunftstechnik wie Glasfaser ist jedoch dessen Refinanzierbarkeit: Wenn genügend Interessenten diese Anschlüsse buchen, lohnt sich der Ausbau für die Netzbetreiber.

Nutzung des Internets radikal verändert

Das bedeutet, auch abseits der Metropolen wird aufgerüstet – zwar aus Sicht vieler Marktbeobachter zu wenig und zu selten, doch nicht nur vor einem Umzug kann sich die Prüfung der örtlichen Gegebenheiten lohnen. Zum einen sind heute vielfach schnellere Anschlüsse vorhanden als noch vor wenigen Jahren, zum anderen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich besser geworden. Und Geschwindigkeit ist beim Internetanschluss heute weder Luxus noch Randgruppeninteresse: Denn wir nutzen das Internet heute vollkommen anderes als noch vor wenigen Jahren. Selbst wer nicht regelmäßig Filme streamt oder Videos öffnet, wird feststellen, dass Webseiten ganz anders aufgebaut sind als früher und deutlich mehr bewegte Bilder enthalten. Noch 2010 waren Internetanschlüsse mit nur 2 Megabit pro Sekunde die Regel. Diese Geschwindigkeit reicht zwar aus, um E-Mails ohne größere Anhänge abzurufen oder normal zu surfen, doch für die heutigen Erfordernisse ist das deutlich zu wenig. Die heute gängigen Anwendungen erfordern gleichermaßen schnelle wie stabile Verbindungen.

 

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Unterschiede zwischen den Techniken

Die Zukunft gehört ohne Frage der Glasfasertechnik – sie ist sehr stabil und ermöglicht anhaltend hohe Geschwindigkeiten. Doch Deutschland hinkt bei der Glasfaser immer noch hinterher; die Technik ist nur regional erhältlich. Meist werden sich Internetnutzer zwischen DSL oder Kabelinternet entscheiden: DSL ist am besten ausgebaut, Kabel ermöglicht die höheren Geschwindigkeiten. Allerdings kann beim Kabel die Bandbreite schwanken, wenn viele Nutzer gleichzeitig aufs Netz zugreifen. Bei DSL wiederum ist der Speed abhängig von der Entfernung zum nächsten Verteilerkasten: Wer nahe dran wohnt, ist schnell im World Wide Web unterwegs, doch je weiter Haus oder Wohnung vom Verteiler entfernt sind, desto langsamer wird die Surfgeschwindigkeit. Übrigens: Ein Wechsel von Kabel zu DSL oder umgekehrt ist kein Problem, sofern die Technik vor Ort ausgebaut ist.

Zugänge über Funk, also zum Beispiel über LTE oder Richtfunk (Wimax) können vorübergehend eine gute Alternative sein, für Wenignutzer auch dauerhaft. Im Schnitt sind die funkgebundenen Zugänge etwas teurer und in aller Regel werden sie auch nach Erreichen eines zuvor festgelegten Volumens gedrosselt. Nicht nur deshalb bleiben feste Internetanschlüsse weiterhin wichtig, auch wenn die Nutzung des Internets über Mobilfunk sehr stark zunimmt. Doch den weiter steigenden Bandbreitenhunger werden auch künftig nur stationäre Anschlüsse bedienen können – sowohl die Auslastung als auch den Ausbau in der Fläche betreffend.

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