Die Stadt der Zukunft: Wie Lebensräume bereits jetzt neue Formen annehmen

Kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr wie Räume, die uns umgeben. Sie haben Auswirkung auf das Wohlbefinden, inspirieren, wirken befreiend, gewähren Fokus und sind auch Faktor für unsere Gesundheit. Schon längst ist es nicht mehr nur das Bauen eines Raumes sondern ebenso deren Gestaltung im Innen- und Außenbereich. Zugleich bilden Themen um bezahlbaren Wohnraum, lebenswerte Städte und gemeinschaftsstiftende Großgebäude einen wesentlichen Sektor der Ökonomie. Immer mehr Architekten, Planer und Designer beschäftigen sich mit der Stadt der Zukunft: Der Wandel zu modernen Mobilitäts-Infrastrukturen und Energie-Landschaften, Lösungen für gemeinschaftlicheres Wohnen.

Urbanisierung ist das Schlagwort unserer Zeit. Weltweit werden die Städte immer größer und grüne Flächen dünnen aus. Seit 2008 leben mehr Menschen in den Städten als auf dem Land. Im Jahr 2050 leben wohl fast 70% der Menschen in den Städten der Welt. Der Raum in den Städten bleibt begrenzt, doch mehr Menschen zieht es in die Städte – ein Problem, das Interior-Designer auf die Probe stellt. In vielen Mega-Cities, wie Tokio oder New York City ist bereits jetzt zu sehen, wie Wohnungen immer kleiner und schmaler werden und Wohnhäuser in die Höhe schießen. Die Vorstellung des Hauses mit eigenem Garten in dem man den Rest seines Lebens verbringt ist Auslaufmodell. Heutzutage sollen Wohnräume zur aktuellen Lebensphase passen und bei Bedarf einen schnellen Wechsel zulassen.  In welche Richtung bewegt sich also die Gestaltung unserer Umwelt? Wie werden Menschen in Zukunft gemeinsam Leben, arbeiten, einkaufen und die Freizeit verbringen?

 

Micro Living

Noch leben wir in Deutschland auf recht großer Fläche, doch wie teuer diese sein kann, wenn immer mehr Menschen hinzuziehen, ist in Berlin und München bereits deutlich spürbar. Immer kleiner und teurer. Was in anderen Metropolen bereits Normalität ist, setzt sich nun auch in Deutschland durch. Micro-Apartments sind dabei die Großstädte zu erobern und werden bereits von vielen jungen Alleinlebenden genutzt. Kleine Wohneinheiten mit dem nötigsten, das man für den Alltag braucht, funktional, platzsparend eingerichtet und zentral gelegen. Betten die hochklappbar sind, hohe Esstische für mehr Bewegungsraum und smarte Einrichtungen, die maximalen Stauraum bieten. Möbel sind keine starren Gebilde mehr, sondern mobil und groß. Sie geben den Zonen Struktur und wirken als Raumteiler. Auch Licht fungiert nicht mehr nur als Erhellung, sondern schafft in bestimmten Zonen für gewünschte Stimmungen. Derartige Micro Homes sind keinesfalls nur eine Notlösung, sondern sollen das Leben vielmehr vereinfachen. Die Einrichtungen sind energiesparend, immer sehr gut an öffentliche Verkehrsmittel gelegen und zielen somit auf Themen ab, die der neuen Mieter-Generation wichtig sind. Nachhaltigkeit und Flexibilität und wandelbares Interior ist die Zukunft der Mega-Cities von morgen.

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Shared Living

Sharing is caring. Die Sharing Economy ist schon längst Normalität in unserem Alltag. Wir teilen Autos, Taxifahrten, Wohnungen und Sofas. Shared Living wäre der nächste Schritt. Dabei geht es um gemeinschaftliche Wohnformen, in denen man zum Beispiel die Küche teilt aber auch privaten Räume hat – eine neudurchdachte Form der klassischen WG. Die Rede ist dabei von Apartments, Arbeitsräume sowie Kultur- und Freizeitangebote in einem Komplex. Dabei wird nicht nur auf Singles abgezielt, sondern auch Raum für Familien und Wohngemeinschaften bieten. Das Motto: Dezentrales Wohnen. Die Wohnung bleibt als zentraler Kern erhalten, doch alles an Aktivitäten und Gegenständen, was selbst in den Apartments keinen Platz findet, wird in angrenzende Räumlichkeiten ausgelagert. Fitnessstudios, Lobbys zur Entspannung, Ausstellungsflächen. Gärten, Spielplätze, Shops und Restaurants sind auch für Nichtbewohner zugänglich, sodass auch eine Interaktion mit den übrigen Stadtbewohnern stattfinden kann. Cohousing wird sich als neue Lebensweise etablieren und mit dem Urbanisierungstrend zunehmend auf Popularität treffen.

Die Megatrends des Wohnens stellen Städteplaner, Bauträger, IT-Unternehmen, Innenarchitekten, und Möbelhersteller vor große Aufgaben. Umdenken ist angesagt! 

 

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