Freitag, 23. August 2019
Ratgeberinhalt des F.A.Z.-Immobilienmarkts

Ist jetzt die beste Zeit für einen Immobilienverkauf?

Oft wird die Meinung vertreten, Immobilien lassen sich im Winter schlechter verkaufen als im Frühling oder Sommer. Ist das tatsächlich so? Wann ist die beste Zeit für einen Immobilienverkauf? Immobilien-Experte und CEO des Immobilienunternehmens HAUSGOLD Sebastian Wagner weiß, was den Immobilienmarkt beeinflusst und wann Sie Ihre Immobilie zu einem guten Preis verkaufen können.

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter? Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten und so kann auch die passende Jahreszeit ausschlaggebend für einen erfolgreichen Immobilienverkauf sein.

Ist der Frühling die beste Zeit für einen Immobilienverkauf?

Tatsächlich spricht einiges dafür, eine Immobilie im Frühjahr zu verkaufen oder zumindest schon für den Verkauf „fit“ zu machen. Der beginnende Frühling bringt frische Farben und gutes Wetter mit sich, was Vieles vereinfacht. Im Garten beginnen Hecken, Blumen und Bäume zu blühen, so dass es sich anbietet, schöne Fotos zu machen, die die Immobilie in Anzeigen und im Exposé ins richtige Licht rücken. Auch für Besichtigungen ist es von Vorteil, wenn die Tage wieder länger sind und sich die Natur von ihrer schönsten Seite zeigt. Besichtigungstermine finden oft in den Abendstunden nach der Arbeit statt. Im Frühling und Sommer können sich Interessenten trotz späterer Stunde ein gutes Bild von der Immobilie machen und erkennen, ob das Haus oder die Wohnung hell genug ist. Ein blühender und aufgeräumter Garten ist dann oft ebenfalls ein großer Pluspunkt.

Ein weiterer Grund für einen Immobilienverkauf im Frühjahr oder Sommer sind familiäre Konstellationen. Für Familien mit schulpflichtigen Kindern sind die Sommerferien ein klassischer Zeitpunkt für einen Umzug. Falls Kinder aufgrund des Umzugs die Schule wechseln müssen, kann es von Vorteil sein, den Umzug möglichst zum Schuljahreswechsel zu planen.

Eine sehr nachgefragte und gut erhaltene Immobilie in einer beliebten Lage zu einem guten Preis wird aber auch im Herbst oder Winter verkauft werden. Bei einem Immobilienverkauf kommt es schließlich auf das Wesentliche an – nämlich auf die Immobilie selbst.

Saisonale Einflüsse auf den Verkauf

Neben den Jahreszeiten können auch Feiertage oder Jahreswechsel den Immobilienverkauf beeinflussen. So ist es in der Tat so, dass sich auf bekannten Immobilienportalen ein leichter Rückgang an Immobilienangeboten zur Urlaubs- und Weihnachtszeit beobachten lässt. Der Rückgang ist aber meist nur von kurzer Dauer. Das überrascht insofern nicht, da sich der Verkaufsprozess bei Häusern und Wohnungen im Regelfall über mehrere Monate zieht. Der saisonale Rückgang bezieht sich mehr auf die Bewerbung der Immobilien als auf den Verkauf.

 

Niedrige Zinsen beeinflussen das Kaufverhalten

Neben den Jahreszeiten oder saisonalen Einflüssen spielt auch die Zinspolitik eine große Rolle, wenn es um den richtigen Zeitpunkt für einen Immobilienverkauf geht. In Zeiten niedriger Zinsen ist es – pauschal ausgedrückt – leichter, eine Immobilie zu veräußern. Kaufinteressenten haben unter einer Niedrigzinspolitik oft eine größere Investitionsbereitschaft. Zudem steigt die Anzahl an Personen, die sich, dank der niedriger Zinsen, eine Immobilie leisten können. Steigen die Zinsen und reduzieren sich dadurch die Finanzierungsmöglichkeiten, mindert sich das Interesse am Immobilienkauf, so dass auch die Immobilienpreise sinken.

Beim Abschluss eines Darlehensvertrages für Immobilien sind die Kreditzinsen neben der Darlehenssumme eine äußerst wichtige Größe. Denn vom Zins hängt unter anderem ab, wie viel Immobilie man sich leisten kann. Oder anders ausgedrückt: Wie teuer darf eine Immobilie sein, die man finanzieren kann? Darüber hinaus beeinflusst der Kreditzins die Tilgungsdauer: Je niedriger der Kreditzins ist, desto höher können Kreditnehmer den Tilgungssatz ansetzen und somit die Tilgung des Kredits beschleunigen.

 

Regionale Einflussfaktoren

Auch regionale Einflussfaktoren können einen Immobilienverkauf positiv oder aber auch negativ bedingen. Floriert die Wirtschaft in einer Region und gibt es dort viele Arbeitsplätze, steigt auch die Nachfrage nach Immobilien. Folglich schnellen die Preise in dieser Region in die Höhe. Ist hingegen bekannt, dass beispielsweise in einer Kleinstadt ein großes Unternehmen mit zahlreichen Arbeitsplätzen vor Ort den Standort schließt, ist mittelfristig eher mit einer stagnierenden oder gar sinkenden Nachfrage nach Wohnimmobilien zu rechnen. Die Immobilienpreise sinken, der Verkauf der Immobilie zieht sich in die Länge und ist nicht so erfolgreich, wie erhofft.

 

Konjunktur und wirtschaftliches Umfeld sind entscheidend

Im Gegensatz zu saisonalen Einflüssen sind konjunkturelle Schwankungen im gesamten Wirtschaftsleben zu spüren. So ist von einer guten Konjunktur oder Hochkonjunktur zu sprechen, wenn langfristig steigende Unternehmensinvestitionen die Kauflust der Verbraucher ankurbeln. Das spiegelt sich derzeit auch in der Immobilienbranche wieder. Kaufimmobilien sind in Deutschland so gefragt, wie nie.

 

Fazit

Flexible Immobilienverkäufer sollten den Verkaufszeitpunkt am besten nach den genannten Kriterien auswählen und dann veräußern, wenn die Zinsen niedrig sind und die Nachfrage nach Immobilien groß ist.

Aktuell sind die äußeren Umstände und damit der Zeitpunkt für einen Immobilienverkauf in vielen Regionen Deutschlands sehr günstig.

Die beste Zeit für einen Immobilienverkauf kann aber ganz individuell sein und ist demnach immer dann, wenn sowohl die äußeren als auch Ihre privaten Umstände passen. Nehmen Sie sich (wenn möglich) ausreichend Zeit für den Verkauf und greifen Sie auf die fachliche Unterstützung eines guten Immobilienmaklers zurück, der die regionalen Besonderheiten kennt.

 

Tipp

Ist Ihre Immobilie länger als 90 oder gar 120 Tage auf dem Immobilienmarkt, könnte es Zeit sein, über den Verkaufspreis oder die Vermarktungsstrategie nachzudenken. Eigentümer, die bis dato versucht haben, ihre Immobilie allein zu verkaufen, sollten sich spätestens dann an einen Immobilienmakler wenden, der eine fundierte Immobilienbewertung vornimmt und die Immobilie zielgruppengerecht vermarktet. Das Immobilienunternehmen HAUSGOLD (www.hausgold.de/) bietet eine kostenlose Immobilienbewertung an und hilft Immobilieneigentümern dabei, den passenden Makler für ihren Verkauf zu finden.

Über den Experten

Sebastian Wagner ist Gründer und Geschäftsführer von HAUSGOLD, ein Property Technology Unternehmen, das mit seiner Technologie- und Datenkompetenz das Immobiliengeschäft für alle Beteiligten vereinfacht. Wagner hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als Online-Entrepreneur und Geschäftsführer in der Online-Branche.


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