Montag, 14. Oktober 2019
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Betrogen von Mietnomaden – Das muss nicht sein

Immer häufiger werden Fälle bekannt, in denen Vermieter große Verluste einfahren. Warum? Weil Sie auf Mietnomaden hereingefallen sind. Wobei – „hereingefallen“ vielleicht das falsche Wort ist. Man kann einem Menschen auch nur bis vor die Stirn sehen und manchmal ist selbst die beste Menschenkenntnis überfordert. Bei Mietnomaden (oder Mietbetrügern) handelt es sich um Leute, die zwar in eine Wohnung einziehen und diese also nutzen, aber die Miete nicht bezahlen. Sie nutzen den Wohnraum also kostenlos. Und verursachen beim Vermieter so hohe Kosten und überdies hinaus auch finanzielle Verluste. Nicht selten geht das kostenlose Nutzen des Wohnraums damit einher, dass dieser zerstört und unbewohnbar hinterlassen wird, wenn es dann endlich gelingt, die Betrüger wieder loszuwerden. Meistens verschwinden Sie über Nacht und lassen – wie bereits gesagt – hohe Kosten und eine Wohnung zurück, die in sehr schlechtem Zustand ist. 

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Kann man sich irgendwie dagegen schützen, Opfer von Mietbetrügern zu werden? 

 

Da die Mietnomaden schwer zu erkennen sind – die Unterlagen sind häufig gut gefälscht, die Personen wirken weder unanständig noch so, als würden Sie später die Miete nicht zahlen können. Alle Berufs- und Altersgruppen sind vertreten. Es gibt keine offiziellen Zahlen, wie viele Mietnomaden es in Deutschland tatsächlich gibt und die Schätzungen gehen weit auseinander. Mal ist von 1000 die Rede, mal von 15000. Belegbar sind tatsächlich allerdings nur 500 Fälle – aber das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass die betroffenen Vermieter den Rechtsweg gemieden haben. 

 

Der entstehende Schaden liegt oftmals zwischen 1000 € und 5000 €, in einem Einzelfall waren es auch schon 25000 €. Aber auch hier wieder der Hinweis: Die Dunkelziffer der in Deutschland lebenden Mietnomaden ist vermutlich sehr viel höher, als die oben genannten niedrigsten Zahlen. Dementsprechend wird sich auch die Schadenshöhe eher nach oben, als nach unten verschieben. 

 

Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, dass Sie als Vermieter auf einen Mietnomaden hereinfallen, ist nicht abzuschätzen. Vermutlich ist es eher unwahrscheinlich, dass Sie in Ihrem Leben auch nur einem einzigen begegnen, aber mit Sicherheit ist das nicht zu sagen. Eines steht jedoch fest: Ärgerlich ist es in jedem Fall. 

 

Überprüfen Sie Ihre zukünftigen Mieter: 

 

  • Als Vermieter ist es sicher nicht verkehrt, über eine Rechtsschutzversicherung zu verfügen. Diese kann Ihnen im Ernstfall auch beim Thema Mietnomade helfen. 
  • Setzen Sie sich mit den vorherigen Vermietern in Kontakt. Werden keine angegeben oder aber diese sind nicht zu erreichen, sollten Sie auf jeden Fall hellhörig werden. 
  • Gehaltsnachweise sollten unbedingt überprüft werden. 
  • Verlangen Sie eine Kaution.  
  • Informieren Sie sich über die Bonität des zukünftigen Mieters, beispielsweise via Schufa-Auskunft. Fordern Sie diese aber unbedingt selbst an und nicht über den Mieter. 

Im Ernstfall sind Sie am besten damit bedient, wenn Sie einen Rechtsanwalt aufsuchen. Der kann Ihnen genau sagen, wie Sie vorgehen müssen. Von fristloser Kündigung bis zur Räumungsklage oder einem Urkundsprozess mit Zahlungstitel – der Rechtsanwalt weiß genau, welche Maßnahmen getroffen werden sollten und wie dies handzuhaben ist. 

 

Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass Sie als Vermieter niemals Opfer eines Vorfalls wie diesem werden, und selbst wenn, nun wissen Sie, was zu tun ist und können die Angelegenheit ohne Stress richtig handhaben. 

 

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