Mit einem Bauleiter sicher ins Eigenheim

Den Grundstein für Ihren Hausbau legen Sie schon lange bevor Sie tatsächlich den ersten Stein auf der Baustelle verlegen. Denn erst wenn Sie Planung, Finanzierung und Beauftragung unter Dach und Fach gebracht haben, können Sie zum ersten Spatenstich ansetzen. Damit alles reibungslos abläuft und dabei Sicherheit, Qualität und natürlich Zeitplan eingehalten werden, muss jemand die Überwachung und Verantwortung übernehmen. Obwohl Sie die Bauherren sind, leiten Sie die Baustelle nur symbolisch. Sie geben diese Aufgabe besser an einen professionellen Bauleiter ab. Das ist nicht nur empfohlen, sondern sogar in der Landesbauordnung vorgeschrieben. Welche Pflichten Ihr Bauleiter hat und wie er sicherstellt, dass Ihr Traumhaus am Ende genau so dasteht, wie Sie es sich wünschen. 

Der Bauleiter überwacht Ihren Hausbau

Die wichtigste Frage zuerst. Brauchen Sie überhaupt eine Bauleitung? Die Antwort lautet: Ja! Wenn Sie privat ein Haus bauen, muss es gemäß Landesbauordnung (LBO) auch immer einen professionellen Bauleiter geben. Der Begriff Bauleiter klingt zwar erst einmal abstrakt. Sicher fühlen Sie sich zunächst einmal selbst als Bauleitung – doch Sie sind vielmehr Bauherr. Die wenigsten Häuslebauer sind überhaupt als Bauleitung qualifiziert und müssen daher immer einen Profi beauftragen. Die Pflichten und Aufgaben eines qualifizierten Bauleiters sind nämlich in § 45 LBO definiert: Der Bauleiter wacht darüber, dass die Bauausführung sowohl den Vorschriften als auch den Entwürfen des Entwurfsverfassers entspricht. Entwurfsverfasser sind natürlich Sie oder oft auch Architekten. Tatsächlich übernehmen viele Architekten mit der entsprechenden Qualifikation auch einfach selbst die Rolle des Bauleiters. Andere Personen vom Fach, die dafür geeignet sind, sind Ingenieure, Techniker oder Handwerksmeister mit der sogenannten kleinen Bauvorlageberechtigung. Sie achten während der gesamten Zeit vor Ort auf den sicheren bautechnischen Betrieb der Baustelle. Die Bauleitung überwacht außerdem die Arbeitssicherheit – zusätzlich zur Verantwortlichkeit der Unternehmer. Zu guter Letzt ist die Bauleitung für Dokumente, Anträge, Anmeldungen und Abnahmen verantwortlich. Immerhin muss der Bau der Genehmigung und den vorgegebenen Auflagen entsprechen. Und Ihr Haus muss bei der Fertigstellung in den wesentlichen Punkten mit dem Bauantrag übereinstimmen.

Mehrere Bauleiter auf der Baustelle?

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wieso Sie eine Bauleitung brauchen, wenn im Auftrag von Baufirmen sowieso schon Fachbauleiter auf der Baustelle sind. Das Stichwort lautet: Interesse. Grundsätzlich reicht auch die Bauleitung einer ausführenden Firma, zum Beispiel dem Generalunternehmer aus. Dieser stellt den Bauleiter als rechtlichen Vertreter des Unternehmens. Doch wenn Sie selbst einen unabhängigen Bauleiter bestimmen, der durchaus häufig auch der Architekt ist, bietet sich ein großer Vorteil. Ihr eigener Bauleiter vertritt auf der Baustelle nämlich Ihre Interessen und setzt sich für Sie ein, ehe für Sie irgendwelche Nachteile entstehen. Würden Sie die Firma mit der Kostenkontrolle beauftragen, die von höheren Kosten profitiert? Oder eher einen Dritten, der wirklich dafür sorft, dass Ihnen keine unnötigen zusätzlichen Kosten entstehen? Auch wenn eine Firma etwa eine Arbeit hinauszögert, eine Leistung nicht gemäß Ihrem Auftrag ausführt, mehr Material abrechnet oder schlechtere Baustoffe verwendet, greift Ihr Bauleiter ein. Schwarze Schafe lauern eben auch auf Baustellen.

Er prüft außerdem die Rechnungen für Sie und behält allgemein die Kosten, Leistung und Einhaltung der Zeitpläne im Blick. Er ist ein echtes Organisationstalent und koordiniert die einzelnen Aufgaben, Einsätze und Personen auf der Baustelle. Er stellt sicher, dass alles ordnungsgemäß und rechtzeitig fertig wird. Schließlich wollen Sie genau die Leistung und Qualität erhalten, für die Sie die Firmen auch bezahlen. Der Bauleiter deckt Abweichungen sowie Verstöße gegen Vorschriften auf. Er geht dagegen vor und meldet diese gegebenenfalls auch der Baurechtsbehörde. Er führt zudem ein sogenanntes Bautagebuch. Außerdem nimmt er Arbeiten ab, gerade bei überwachungsintensiven Arbeiten wie dem Abdichten, und begleitet die Mängelbeseitigung. Um all das müssen Sie sich dann keine Sorgen mehr machen. Und Sie haben mehr Zeit dafür, die Einrichtung für Ihr Zuhause zu planen. Denn bedenken Sie unbedingt, dass vor allem Möbel wie Sofas oder auch Elektrogeräte oft lange Lieferzeiten haben.

Fachbauleiter müssen qualifiziert sein

Sollten einem Bauleiter die Erfahrung oder Kenntnisse fehlen, muss er Ihnen dies natürlich vorab mitteilen. Sie sind dann in der Pflicht, einen Fachbauleiter zu engagieren, der dafür qualifiziert ist. Besprechen Sie daher Ihr Bauvorhaben rechtzeitig vorher und bis ins kleinste Detail. So stellen Sie sicher, dass Ihr Bauleiter auch alle Aufgaben übernehmen kann, die Sie ihm übertragen möchten. So oder so bleibt der Bauleiter jedoch für seine Tätigkeit verantwortlich. Insbesondere für das Ineinandergreifen seiner Tätigkeiten mit denen der Fachbauleitung. Diese Fachbauleitung überwacht dann die Aufgaben vor Ort und stimmt sich mit dem gesamtverantwortlichen Bauleiter ab. Beauftragen Sie für den Bau Ihres Eigenheims also auf jeden Fall den Bauleiter Ihres Vertrauens, damit Ihr Projekt auch nach Ihren Vorstellungen gelingt. Denn seien Sie sicher: Der perfekte Hausbau beginnt nie mit einem Stein oder einer Wand – sondern immer mit dem richtigen Scharnier. Nämlich dem Bauleiter als Scharnier zwischen Ihnen, die den Bau planen, und allen, die Ihr Traumhaus letztlich bauen werden.

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