Welche Smart Home Systeme sind sinnvoll? Nutzen und Technik erklärt

Seit etlichen Jahren hört man immer wieder, dass die Smart Home-Systeme auch in Deutschland auf dem Vormarsch seien und dass auch Sie sich bald damit beschäftigen sollten. Aber werfen wir zunächst einen Blick auf die harten Fakten. Laut der Prognose von statista.de soll es bis 2018 in Deutschland nach konservativer Schätzung rund 720.000 Haushalte geben, die Smart Home-Technologie nutzen. Dem gegenüber stehen insgesamt 40,96 Millionen Haushalte (Stand 2016).

Wie wichtig ist ein Smart Home also wirklich? Und noch viel wichtiger: Benötigen ausgerechnet Sie eines?

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Definition Smart Home

Als Smart Home bezeichnet man eine Wohnung, ein Haus, ein Gebäude oder einen ganzen Gebäudekomplex, dessen (gesamte) Hauselektronik zentral gesteuert werden kann.

Meist liegt der Entscheidung, auf ein Smart Home umzurüsten, einer von drei Gründen zugrunde: Sie sind technikaffin und mögen die neuesten Spielereien, sie wollen ein effizientes Zuhause oder Sie denken, dass das jetzt auch alle anderen haben und Sie im Zugzwang sind. Letzteres ist definitiv der falsche Grund und nachfolgend erfahren Sie, warum.

Nutzen, Sinn, Technik

Morgens um Punkt 6:00 Uhr fahren die Jalousien automatisch nach oben und wecken Sie so sanft auf. In der Küche läuft bereits der Kaffee durch, die Räume sind angenehm temperiert. Die Waschmaschine hat sich eingeschaltet und
übernimmt die ersten Haushaltsaufgaben. Sobald Sie das Schlafzimmer verlassen, lüftet ihr Smart Home-System durch. Ein Blick auf den Bericht der Alarmanlage sagt Ihnen, dass sie heute Nacht zum Glück nur Besuch von zwei Katzen
hatten, nicht von Einbrechern. Wenn sie dann anschließend das Haus verlassen, reguliert sich die Temperatur nach unten, ihre Steckdosen werden abgeschaltet und alles ist darauf ausgelegt, dass sie Energie sparen.
Soweit klingt das alles zunächst nach wahnsinnig viel Komfort und einer Entlastung Ihres Tages – und das kann es sein.

Dazu müssen Sie sich allerdings vorab Gedanken machen, was genau Sie brauchen und welche Funktionen getrost fehlen dürfen. Denn so toll ein Smart Home auch klingt, im Endeffekt kann es ebenso ein großes Sicherheitsrisiko sein, wenn es nicht professionell eingestellt wurde. Sollten Sie sich also nicht mit Technik auskennen – lieber einen Profi
beauftragen.

Doch zurück zu den Funktionen. Wie bereits erwähnt, ist das Ziel eines Smart Homes, dass Sie ihre Haushalts- und Multimediageräte mittels einer Fernbedienung steuern können. Diese Fernbedienung kann dabei ein Smartphone, ein Tablet oder der PC sein. Was sie damit steuern können unterliegt keinen Grenzen. Vom TV über die Poolbeleuchtung bis hin zu Heizungs- und Lüftungssystemen ist mit ausreichend Wissen und vor allem Geld alles möglich.

Am besten ist es, wenn Sie sich die Zeit nehmen und überlegen, was genau Sie überhaupt wollen. Sollen sich Ihre Waschmaschine und Kaffeemaschine wirklich selbstständig machen oder reicht es aus, wenn Sie ihre Heizung, Fenster und Stromverbrauch von unterwegs kontrollieren können? Wollen sie eine Alarmanlage integrieren oder nur ihre Lichter auf Sprachbefehl dimmen können?

Machen Sie sich vorab über essentielle Fragen Gedanken, bevor Sie sich blind in eine Investition stürzen, die Sie am Ende nicht glücklich macht.

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Intelligenter Alltag – Mit diesen Systemen lebt es sich komfortabler

Sobald Sie sich ausreichend mit dem Thema beschäftigt haben, müssen Sie sich über die verschiedenen Systeme informieren und herausfinden, welches System die von Ihnen gewünschten Funktionen anbietet und in welchem Umfang. Hierbei gilt es nicht nur, das Preis-Leistungs-Verhältnis im Auge zu behalten, sondern außerdem auf die Kompatibilität zu achten. Was nutzt es Ihnen, wenn der Hersteller in zwei Jahren vom Markt verschwindet und Sie dann ein System haben, das mit keinem anderen funktional ist?

Zudem ist es relevant, ob sie gerade neu bauen, in einer Altbauwohnung leben oder vielleicht Mieter sind. Bei einem Neubau lässt sich das Smart Home-System KNX ganz einfach noch integrieren. Kompetente Hilfe erhalten Sie hierbei von Architekten und einem Spezialisten, der sich auf dieses Themenfeld spezialisiert hat. Im Altbau ist es sinnvoll, auf ein kabelloses System zurückzugreifen. Diese lassen sich meist innerhalb weniger Minuten installieren und können erstmal mit kleinen Basissets getestet werden. Als Mieter gilt es vor allem eines zu beachten: Fragen Sie vor der
Anschaffung des Systems zunächst bei Ihrem Vermieter nach, inwiefern er sich daran beteiligen würde.
Mittlerweile gibt es viele Vermieter, die dem aufgeschlossen gegenüberstehen. Vorallem wenn Sie die Basis Ihres Systems an einer Stelle platzieren wollen, an der keine Steckdose vorhanden ist und noch welche nachgerüstet werden müssen. Die Systeme sind Kabelgebunden und somit ohne Steckdose nutzlos. Sollte Ihr Vermieter zustimmen, sich zu beteiligen können Sie das System allerdings bei einem eventuellen Auszug dann nicht mit in die nächste Wohnung nehmen.

Tipps zum Kauf 

  • Wählen Sie einen Hersteller, der selbst viele Smart Home-Geräte im Sortiment hat oder einen, bei dem viele Marken kompatibel sind. 
  • Beginnen Sie klein und tasten Sie sich erst einmal an die Systeme heran. Falls es Ihnen doch nicht zusagt, können Sie die Produkte verkaufen und ein anderes System testen. 
  • Es muss nicht immer das teuerste Produkt auf dem Markt sein! Auch preisgünstigere Varianten können überzeugen. 
  • Machen Sie sich Gedanken zum Einsatzbereich. Wenn es Ihnen nur um bestimmte Funktionen geht, muss kein System her, dass besonders umfassend ist. 
  • Sprachsoftware ist nicht mit jedem System kompatibel. Je nachdem, welches Sie schon haben, sollten Sie beim Kauf der weiteren Produkte darauf achten, dass alles miteinander funktioniert. 
  • Werfen Sie einen Blick auf den Funkstandard. Systeme mit WLAN-Übertragung können das Internet auf Dauer ausbremsen und zu massiven Problemen führen.

Einfache Basis-Einstegersets

  • AVM Fritz! Smart Home System: Für Besitzer der Fritz!Box besonders geeignet und außerdem verfügt das System über zahlreiche vernetzbare Komponenten. 
  • Belkin WeMo System: Steuerung über das Smartphone, überwacht den Energieverbrauch, einige bereits erhältliche Komponenten unter anderem Funksteckdosen.

Diese Smart Home Systeme können Sie sich bei Conrad genauer ansehen. 

Umfangreiche Einsteigersets

  • Bosch Smart Home System: kompatibel mit etlichen Haushaltsgeräten, Sicherheits-Features, viele Starter-Sets. 
  • Innogy SmartHome System: Komplettanbieter, kompatibel mit Alexa. 
  • HomeMatic IP System: große Komponentenauswahl, extrem sicheres System. 
  • Devolo Home Control-System: etliche Komponenten, kompatibel mit anderen Marken. 
  • Gigaset elements-System: modular aufgebaut, Fokus auf der Sicherheit des Hauses, besonders viele Sensoren. 

 

Nebst diesen beliebten Systemen gibt es noch zahlreiche weitere, die alle auf unterschiedliche Bedürfnisse abzielen. Daher ist es vor einer Entscheidung besonders wichtig, sich Gedanken zu machen, was man eigentlich braucht: Das für Sie beste Smart Home System ist nämlich das, das auf alle Ihre individuellen Bedürfnisse eingeht. 

Ein bestehendes System erweitern

Ihr smartes Zuhause lässt sich mit den richtigen Produkten auch fortlaufend erweitern und das sollten Sie nutzen, um immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben und neue Erweiterungen zu verbauen.Vielleicht haben Sie sich bisher nicht sonderlich für den Sicherheitsaspekt interessiert, den viele Geräte aus dem Smart Home-Bereich abdecken. Jetzt, da sich die Einbrüche in der Nachbarschaft häufen, ist es Ihnen aber plötzlich wichtig, sich und Ihr Zuhause zu schützen. Das ist überhaupt kein Problem – Dazu brauchen Sie kein neues System, sondern einfach nur die richtigen Geräte.

Da viele Geräte untereinander kompatibel sind, ist es recht einfach Ihr bestehendes System zu erweitern.Das funktioniert beispielsweise mit einer IP-Kamera zur Überwachung oder auch den Lampen von Philips Hue, mit denen Sie immer genau die richtige Atmosphäre in Ihrem Zuhause schaffen können. Zusätzlich gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich einen neuen Router mit Smart Home-Funktionen anzuschaffen, der eine zweite Netzwerkstation überflüssig macht. Suchen Sie einfach die Funktionen heraus, die Sie benötigen und achten Sie darauf, dass das neue Produkt auf die gleiche Art (Zigbee, WLAN, Funk usw.) kommuniziert, wie das vorhandene System und schon kann es losgehen. 

Smart Home – Ihre Entscheidung

Ob und inwiefern Sie ihre Wohnung umrüsten möchten, bleibt ganz Ihnen überlassen. In manchen Bereichen kann es durchaus sinnvoll sein, in anderen gleicht es purer Luxusspielerei, die zwar nett ist, dafür aber völlig nutzlos sein kann. Was auch immer Sie tun, gehen Sie in jedem Fall mit Bedacht vor und informieren Sie sich vorab über die Kosten, die Funktionen und die Systeme an sich. Dann steht Ihrem vorhaben, bald in einem Haus zu wohnen, das mitdenkt, nichts mehr im Wege! 

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